Friseur-Salon mit „System-Einheit“

„Wir haben ein neues Gerät, das einem vollautomatisch die Haare schneiden kann!“ – „Aber alle Menschen haben doch verschiedene Kopfformen?“ – „Naja, vor der ersten Benutzung schon….“

Haha. Auf jeden Fall war ich gestern beim Friseur. Grünes Licht an der außen angebrachten Ampel – also keine lange Wartezeit für den „10-Minuten-Haarschnitt“. (Was schon mal klar machen dürfte, dass ich jetzt nicht super-tokyotisch-gestylet den Laden verlassen habe. )

Der Preis von nur 1.000 ¥ ist ein Schnäppchen. Den bezahlt man – genau wie das Essen in den Soba-Läden – am Automaten am Eingang.

Ich bin – wie ich inzwischen weiß – in einer Frisiersalon-Kette gelandet, die in allen ihren Filialen ihre wirklich gut durchdachten „System-Einheiten“ als Frisierplatz installiert hat.

Zum Frisierplatz gehört ein eigener Garderobenschrank, so dass man sich keine Gedanken machen muss, welche Wertsachen man sich in die Hosentaschen steckt und wo der Rucksack mit Macbook und iPad bleibt.

Kämme, scheren und Bürsten werden sterilisiert, im zur Einheit gehörenden Gerät.

Das absolute Highlight ist, dass einem nach dem Haarschnitt mit einem Staubsauger die kleinen, abgeschnittenen Härchen vom Kopf und von der Stirn gesaugt werden.

Im Detail stellt QBHouse die Einheiten auf der eigenen Homepage vor (englische Fassung).

Über den Wolken

Ausnahmsweise mal kein Japan-Beitrag – indirekt natürlich dann wieder doch. Zum einen, weil ich natürlich den Beitrag gerade in Tokyo schreibe, zum anderen weil dieses Projekt meine Freizeitbeschäftigung außerhalb vom touristischen Programm ist:

PrioTables

Wenn alle Aufgaben gerade mal wieder gleich wichtig erscheinen und es schwer fällt, eine Reihenfolge festzulegen, dann hilft der Direktvergleich aller anstehenden Punkte.

Um z.B. herauszufinden, welche Erweiterungen in einer Software wie priorisiert werden, kann dieses Verfahren helfen.

Oder aber wenn man herausfinden möchte, welcher Comic-Held ganz oben steht.

In der folgenden Tabelle können durch mehrfaches Klicken auf die * pro Heldenpaar bestimmt werden, welcher Held der bessere ist. Dazu muss der Pfeil auf den Favoriten zeigen.

Comics

B D G H I S Sum
B Batman 0
D Dare-Devil 0
G Ghost-Rider 0
H Hulk 0
I Iron-Man 0
S Superman 0

Dank geht hier an den Kollegen Thomas K., der mir das System vor einiger Zeit vorstellte.

Was hat das jetzt mit dem Titel des Beitrags zu tun?

Die Möglichkeit, diese Tabellen zu erstellen, habe ich mit diversen Cloud-Diensten umgesetzt.

Die NodeJS-Applikation wird bei AppFog unter der Adresse http://prius.aws.af.cm gehostet.
jQuery und Bootstrap werden per CDN im HTML eingebunden.
Als Datenbank kommt MongoDB, gehostet bei MongoHQ zum Einsatz.
Der E-Mail-Versand (Registrierung) läuft über MailGun.

Viel Spaß beim Testen!

Kulinarisches II

Ich hatte es bereits geschrieben – das Essen hier ist ausgezeichnet.

Allerdings hatte ich letzte Woche mit der kurz vor Ladenschluss günstig erstandenen Bento Box eine echte Herausforderung vor mir (siehe Titelbild). Abgesehen von der Garnele hatte ich bei keiner anderen Zutat die leiseste Idee, was mich beim Reinbeißen erwarten würde. Und es war wirklich für jede Geschmacksknospe was dabei. Bei jedem Bissen von Geschmack und Konsistenz überrascht zu werden macht ein Abendessen ganz schön anstrengend.

Sehr lecker waren die Yakitori. Wobei ich da auch ganz froh bin, mir erst im Nachhinein über deren Zusammensetzung Gedanken gemacht zu haben. Aber zum Glück rauchen Hühner ja nicht Myokarditis ist bestimmt nicht durchs Essen übertragbar.

Wintereinbruch Teil 2

Zum Valentinstag hat der Schnee wieder eingesetzt. Nicht so stak wie letzte Woche, aber doch genug, um den Verkehr abermals durcheinander zu bringen.

Heute waren alle Straßen und Bürgersteige voller Schneematsch; etliche Einheimische hatten ihre hippen Gummistiefel hervorgeholt.

Vom Wetter her war es also der ideale Museumstag.
Heute: Edo-Tokyo-Museum.

Die Schneebilder sind von letzter Woche.

WordPress MeetUp im Coworkingspace

Vor ein paar Wochen bin ich auf der Suche nach Stammtischen / offenen Treffen / Vorträgen etc. auf meetup.com gestoßen. MeetUp bietet eine Plattform für Treffen mit Gleichgesinnten, sei es für gemeinsame Museumsbesuche, Verabredungen zum Sport in der Gruppe oder eben zu Spezialthemen wie WordPress (WordPress ist die Software, die dieses Bog antreibt).

Das Treffen hier in Tokyo wird von der einzigen japanischen Mitarbeiterin von Automattic, der Firma hinter WordPress, mit organisiert. Veranstaltungsort war ein Coworkingspace in Laufweite meiner Wohnung.

MeetUps sind eine wirklich schöne, einfache Art, Menschen zu treffen und ins Gespräch zu kommen. Speziell für das WordPress MeetUp habe ich im März noch ein Möglichkeit teilzunehmen. Aber bei den vielen Gruppen, die im Raum Tokyo sind (Deutsch-japanischer Stammtisch, Language Exchange, HTML5 Rocks, etc. – nur eine Java-bezogene Gruppe vermisse ich noch) finden sich sicher noch andere Gelegenheiten.

Kino – etwas angestaubt

Samstag war ich im Kino . Zur Auswahl standen „Ender’s Game“ (wohl eher nicht), „Only God Forgives“ (sagte mir nichts. Interessant: FSK 18 in USA/DE, R15+ in Japan) „Gravity“ (schon gesehen, absolut empfehlenswert, gewaltige Bilder, besonders in 3D) und: „The Dust Of Time„. Sagte mir auch nichts. Da aber Bruno Ganz, Willem Dafoe und Christiane Paul als Hauptdarsteller dieser europäischen Produktion mit dabei waren, hab ich mich dafür entschieden.

Originalton mit japanischem Untertitel. So weit, so gut, würde der Film nicht unter anderem in  Griechenland und Sibirien spielen – auch im Originalton und mit Untertitel. Japanischem Untertitel, versteht sich. Blöd auch, dass der Film der zweite Teil einer Trilogie war, wie ich später feststellte.

Also lag es doch gar nicht an meinen mangelnden Russisch- und Griechischkenntnissen, dass sich mir der Beginn des Films so überhaupt nicht erschloss.

Auch tragisch, dass der dritte Teil der Trilogie auf Grund des Ablebens seines Regisseurs  nie begonnen wurde.

Ach ja, und der Film ist von 2008 und hat entweder ein paar Jahre auf die Untertitelung gewartet, oder erlebt gerade in Japan seine Renaissance.

So wirklich begeistert war ich nicht, und war schon aufbruchbereit, als der Abspann anfing. Aber da hatte ich nicht mit den japanischen Cineasten gerechnet. Mucksmäuschenstill (abgesehen von mind. einem Schnarcher), noch immer im abgedunkelten Kinosaal, wurde sich der Abspann knochentrocken bis zur letzten Zeile („© 2008“) angeschaut.

Und dann gab es Applaus – allerdings tatsächlich nur den für diesen Film angemessenen – ich nehme an, dass Buhrufe der japanischen Höflichkeit fremd sind.

Von amazon.co.jp zu Lawson

Amazon ist hier in Japan längst nicht so groß wie in Europa oder Amerika. Der hiesige Marktführer für den Onlinehandel heißt Rakuten.

Aber da rakuten.co.jp im typisch japanischen, bunten Look daherkommt, keine eigene englische Übersetzung bietet und für mich auf Amazon trainierten Menschen eine leichte Reizüberflutung und Überforderung darstellte, habe ich meinen ersten hiesigen Online-Kauf dann doch bei Amazon getätigt. Zumal ich mir schon in weiser Voraussicht von zuhause aus ein Konto angelegt hatte. Das war die erste Überraschung: während die europäischen und der US-Store mit dem gleichen Login funktionieren, musste ich mir für amazon.co.jp einen neuen Account anlegen.

Sehr angetan bin ich von der Möglichkeit, sich das Paket an einen Convenience Store (コンビニ) seiner Wahl schicken zu lassen. Da diese rund um die Uhr geöffnet haben, sind sie vom Prinzip her so gut wie eine Packstation, nur dass es diese Märkte an jeder (ja, wirklich an jeder) Straßenecke gibt.

Und so konnte ich heute nach der Arbeit mein am Sonntag bestelltes Päckchen (Schutzhülle fürs Macbook, damit es auch im Rucksäcke gut aufgehoben ist) im Lawson um die Ecke abholen.

Home sweet Home

Nachdem ich die ersten Nächte im Hotel verbracht habe, bin ich nun ganz froh in meiner Wohnung zu sein. Die kahlen Wände  und die nüchterne Einrichtung Sind zwar nicht gerade heimelig, dafür ist es hier aber picobello sauber.

Zur Arbeit sind es von hier aus etwas mehr als zwei Kilometer. Die Kollegen haben mir abgeraten die überfüllte Bahn zu nehmen, so dass ich hier tatsächlich ganz schön ans Laufen komme und viel Bewegung habe. Das versuche ich aber recht erfolgreich mit viel gutem Essen und einem Bierchen* am Abend zu kompensieren.

* Nein, nicht alle Getränke, die beim Dosenbier stehen und mit einer Zitrone auf der Dose werben sind Radler. Dann gab es halt an einem Abend mal einen Wodka Lemon. Es bewahrheitet sich insbesondere hier: wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

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